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Aus Euroscreen wird Globalscreen:
Die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Kulturinstitutionen auf europäischer Ebene der Projekte euroscreen21 und euroscreen21projects wird ausgeweitet. Globalscreen ist eine Medienkunstplattform und steht für eine weltweite Zusammenarbeit von Video- und Medienkünstlern, die an neuen zeitgenössischen Kunst- und Kommunikationsansätzen arbeiten. Es sind Experimente von Künstlern verschiedener Staaten zu Themen der Gegenwart, zu politischen, ästhetischen und philosophischen Betrachtungen.

Die neuen Projekte sind nicht durchgängig auf Europa beschränkt, es werden je nach Fragestellung spezifische Zielgruppen eingeladen. Die Präsentationsorte sind Museen, Galerien, Festivals sowie der öffentliche Raum. Nicht nur die Kulturinstitutionen, sondern vor allem die öffentlichen Räume als Orte menschlicher Interaktion sind von zentraler Bedeutung. Sie spiegeln die in ständiger Veränderung befindlichen kulturspezifischen Kommunikationsformen. Konsum, Werbung und medienorientierte Technologien beeinflussen zunehmend und unausweichlich das menschliche Dasein. Auch hier bezieht Globalscreen wie bereits andere Künstler und Netzkunstvereinigungen künstlerisch kommentierend Position.

2007/8: Globascreen in Kooperation mit Appendix i-i-i-i.org. Thema: Visual Sound
2007/8 kooperieren erstmals Globalscreen und Appendix mit einem gemeinsamen Thema.
Beide Medienkunstplattformen, globalscreen.org und Appendix, i-i-i-i.org, betreiben Forschungen zu zeitgenössischen künstlerischen Ausdrucksweisen sowie kollektiven Wahrnehmungs- und Dialogformen.
Mit dem Thema ‚Visual Sound' wurde ein synästhetischer Ansatz gewählt, der die visuellen und die auditiven Aspekte bei der Videoproduktion gleichwertig nebeneinander stellt. Die Schlüsselbegriffe lauten: perception, sound IDs, visual and auditory (media) scapes - sound in public spaces, experimental sound and video art, synergies, synaesthesia, visual frequencies, sonograms, formal and scientific explorations…
Initiatoren:
Globalscreen
http://www.globalscreen.org
Judith Nothnagel, Hubert Baumann, Dr. Petra Schwarz, Germany
und
Project Appendix
Automata
http://www.i-i-i-i.org and http://exstat.org/exstat/automata/appendix3.html
Tanja Vujinovic & Zvonka Simcic, Petja Grafenauer Krnc, Slovenien

Was intendiert das Projekt „Visual Sound“? Ein Kommentar von Dr. Petra Schwarz, D:
Welt- und Selbsterfassung auf der Grundlage mehrerer gleichzeitiger Sinneseindrücke verspricht Sicherheit beim Zugriff auf Realität. Synästhetische Wahrnehmung verunsichert aber auch: Die Reizung des einen Sinnesorgans (Auge) ruft nicht nur die ihm eigene Empfindung, sondern auch eine Erregung und Mitempfindung eines anderen Sinnesgebietes (Gehör) hervor. Das Zugleichempfinden verschiedenartiger Geruchs-, Gehör-, Gesichts- oder Tastempfindungen ermöglicht die stark sinnliche Erfassung des Gegenständlichen.

Der tiefe Wunsch nach Evidenzerlebnissen lässt auf die Entdeckung der eigenen Identität oder ihre Bestätigung im Horizont sinnlicher Erfahrung vertrauen. Demgegenüber schreitet der Digitalisierungsprozess, der es erlaubt, alle Phänomenkategorien in demselben Code abzubilden und weiterzubearbeiten, beständig voran und erfasst alle Lebensbereiche. Es entsteht eine Welt des Digitalen über oder neben der sinnlich erfahrbaren Welt, die jedoch auf den Menschen, seinen Körper, seine Wahrnehmungsorgane angewiesen bleibt. An diesem Angelpunkt zwischen digitaler und sinnlich erfahrbarer Welt knüpft ‚Visual Sound' an und fragt nach dem Weg der Auflösung respektive Generierung von Realität und Identität im Zusammenspiel von Bild und Ton. Die Verknüpfung von Visuellem und Auditivem reicht von mehr oder weniger geschlossenen Bild-/Klangräumen, über Rekonstruktionsversuche alltäglicher Geräusch/Sinn-Strukturen bis zu Klanggebilden, die Bildwelten generieren und umgekehrt. Bildwelten, die poetische, politische, martialische, utopische Alltagswelten repräsentieren.


Petja Grafenauer Krnc, Slovenien:
THE SOUND OF VISION/THE VISION OF SOUND.
Kunsthistorischer Text. Download hier.